Montag, 17. November 2008

Wir sind nichts als zwei Gestalten aus Regen, voller Fragezeichen und Falltüren, in Ermangelung von Alternativen.


Samstag, 19. Juli 2008

Mir tut weh was ich realisiere


Es regnet in Strömen. Obwohl frisch geduscht suche ich den Weg nach draußen.
"Rue des cascades" von Yann Tiersen in den Ohren. Bald bin ich völlig durchnässt.
Doch jeder Wassertropfen in meiner Kleidung und auf meiner Haut könnte genauso gut eine meiner bitter vergossenen Tränen sein, die ich weine, weil mir plötzlich klar wird, wie sehr wir die Heimat doch brauchen.

Bald gehe ich weg und verlasse meine Heimat, die mich 16 Jahre lang aufgehoben hat und mir Rückhalt geboten hat, für immer. Auch wenn ich zurückkomme wird es nie wieder so wie jetzt-
nicht mal ansatzweise.

Nach meinem Auslandsjahr habe ich keinen Platz, keinen Ort, den ich Heimat nennen kann.
Kein Zimmer, kein Bett, keinen Raum, der mir gehört. Nichts, was unberührt auf mich wartet um mich herzlich zu empfangen um von mir wieder in Besitz genommen zu werden.


Meine Familie wird verstreut sein, 800 km von einander entfernt.
Keine gemeinsamen Abendessen mehr, die sowieso selten waren, doch jetzt wohl gänzlich aussterben werden.

Kein Weihnachten 2009 in unserem wunderschönen, gemütlichen, selbst renovierten Wohnzimmer, das im Schein der Kerzen ein Flair erzeugt, das ich niemals missen wollte.

Meine Kinder hätten das noch erleben sollen. Sie hätten ihre Großeltern hier besuchen sollen.
Strahlend den Hof betreten, in freudiger Erwartung eines schönen Tages mit der Familie-
zu Hause.

Doch, mir wird klar, dass alles jammern nichts nützt, es kommt, wie es kommt.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Es gibt Wege, die geht man gemeinsam, bis sie sich trennen. Man hofft, dass sie sich wieder kreuzen, bemüht sich, eine Verbindung zu halten bis man wieder mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede hat. Es gibt Wege, die unterscheiden sich und es gibt solche, die sich nie berühren...


Während ich die verrückteste Zeit meines Lebens erlebe verrinnen mir die Tage zwischen den beschäftigten Händen...Wie Sand zerrinnt die Zeit zwischen meinen Fingern.
Doch es ist eine schöne Zeit. Viel Erfahrung. Vielleicht auch Fehler. Aber wertvoll.
Und darauf kommt es an.

Manchmal kommt es mir unwirklich vor, was so alles passiert. Wer mir begegnet.
Wer welche Spuren hinterlässt. Wer mich wie beeinflusst, verändert.
Werde ich wissen welche Rolle ich spiele im Leben andere?




Ein Neuanfang kann etwas Befreiendes sein. Aber er kostet Mut. So unendlich viel Mut.
Zurückzulassen was gehalten hat und noch immer hält.
Los zulassen, was man aber eigentlich festhalten will.
Weil es vertraut ist. weil es Geborgenheit gibt.
Trotz allem.




Danke.



Montag, 9. Juni 2008

Bilder eines Tages- 24 Stunden Leben pur




Es hätte ein gemütlicher Abend werden sollen. Ruhig- gemütlich- ohne Hektik-
weit entfernt von Ärger und Stress. Wurde es aber nicht.
Es gab Stress, Ärger, Hektik und jede Menge Streit.
Eigentlich wollten wir im Kurpark ein bisschen chillen- das Wochenende ausklingen lassen in
netter Runde. Doch irgendwie sollte es nicht sein.
Nachdem die Ereignisse beschlossen hatten sich zu überschlagen, finde ich mich wieder auf einer Matratze- mit meinen Klamotten noch an- mit dem Wissen in zwei Stunden wieder aufstehen zu müssen und den Fußmarsch zum nächsten Bahnhof antreten zu müssen.
Als er klingelt bin ich schlagartig hellwach. Leise verschwinde ich aus dem Haus, und kurze Zeit später ist es um mich herum fast völlig still. Dann schalte ich den iPod ein und lausche der Musik.
Santogold - Say Aha ... während ich die Straße entlang laufe,ich beschließe diesen Tag zu meiner persönlichen Party zu machen,...

Als ich den Bahnhof in Schaidt erreiche geht die Sonne gerade auf. Ein herrlich Ball-
blutrot- taucht die kühle Landschaft in erstes Morgenrot. Jeglicher Anflug von Müdigkeit verschwindet und ich freue mich einfach nur auf den vor mir liegenden Tag.




Die erste Schulstunde ist die interessanteste und meine mit Abstand Beste des ganzen Schuljahres- Lyrik und ich laufe zu Höchstform auf.
Auch sonst läuft der Schultag prima- Highlights sind die Pausen- Lucile und Catherine sind wieder da und ich genieße die wenigen Minuten Freizeit mit den beiden.



Später gehe ich zu meinen Großeltern- das letzte Mal...
Sie kochen mein Lieblingsessen und ich bin gerührt.

Dienstag, 27. Mai 2008

Und wenn die Sonne untergeht

Nachdem es den ganzen Tag schier unerträglich schwül war, herrschen jetzt angenehm warme Temperaturen. Ich liege im Gras. Mitten auf einem verschlungenen Feldweg.
Wenn ich den Blick nach links wende, sehe ich, wie das hohe Gras, das neben dem Weg ungehindert in den Himmel ragt, in der sanften Sommerbrise hin und herwiegt. Als wäre es der einzige Sinn im Leben. Sich im Wind zu bewegen und nicht darauf zu achten ob es ein Ziel gibt.
Ich bin sicher, das Gras fragt nicht nach dem Weg. Wandert mein Blick nach rechts, sehe ich den Abendhimmel- die Sonne ist schon untergegangen, der Himmel über den Bäumen hat sich leicht rosa gefärbt...nicht sehr spektakulär, aber schlicht schön.

...je suis fatigué... schallt es aus meinem Ipod- irgendwie mag ich fanzösische Musik im Moment ziemlich. Die Sprache ist einfach unglaublich schön, so melodisch- wie prädestiniert um gesungen zu werden...wie dafür bestimmt Menschen mit ihrem Klang glücklich zu machen...
...je suis fatigué...


---C'est vrai...

Samstag, 24. Mai 2008

Freedom?



Feel, what you want to feel.

Be, what you want to be.

Say, what you want to say.

Stay,where you want to stay.

Love, who you want to love.

Hate, who you want to hate.

Care, about you want to care.

Share, what you want to share.


Do, what you want to do.




(M)ein leerer Kopf- oder: A head full of emptyness



Eine Sprache zu lernen, ist wie ein Haus zu bauen.Grammatik ist das Fundament,
der Grundstein, die Grundstruktur- Vokabeln sind die Backsteine, die dem Haus Gestalt geben- nach und nach richtet man das Haus ein, macht es schön-
und wenn man die Sprache dann anwendet ist es, als würde man eine rauschende, gesellige Party darin feiern.


Während ich auf dem Fahrrad sitze beginnt es zu regnen. Erst kleine, weiche, sanfte Tropfen, dann im heftiger. Meine Sicht wird schlecht. Ich nehme die Sonnenbrille ab. Die Sicht wird nicht besser. Ich setze sie wieder auf. In meinem Kopf hämmert es. Mein Herz schlägt.
Die Musik in meinem Ohr verhallt fast ungehört, weil der Lärm der Straße zu laut ist.
Wohin ich will weiß ich nicht, woher ich komme ist mir eigentlich auch nicht klar.
Mein Kopf ist leer. Voller unerträglicher Leere.


video

Es tut weh. Trotzdem danke.